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„Pruning“ und „Shade Management“

Aaron ist Promoter und Trainer. Er betreut insgesamt 45 Farmer-Gruppen. Jede Gruppe besteht aus 8-12 Farmern, die sich zur Zertifizierung und für die Schulungen zusammengeschlossen haben. Die Bauern hier sind noch nicht UTZ-zertifiziert. Aaron erzählt uns, dass dieses Jahr noch die ersten zehn der Farmer  zertifiziert werden können, wenn die Arbeit weiterhin so gut läuft.

Kakaofrüchte

Wir gehen mit Aaron und den Bauern auf die drei acres große Plantage (ein acre entspricht 4046,9 Quadratmeter; drei acres entsprechen ungefähr der Fläche von eineinhalb großen Fußballfeldern). Der Weg ist nicht weit. Dort angekommen sammeln sich alle im Halbkreis um Aaron. Hier sehe ich zum ersten Mal Kakaobäume. Und bin überrascht: Die Bäume sind nur etwa vier Meter hoch. Sie haben einen dickeren Hauptstamm und verzweigen sich in der Krone zu einer Art Dach. Faszinierend ist, dass sie am ganzen Stamm und an den einzelnen Ästen große, schwere Früchte tragen, in denen die begehrten Samen heranwachsen. Fast erinnern die Kakaobohnen an längliche Kürbisse, je nach Reifegrad haben sie eine grün-gelbe oder rötliche Färbung.

Die Field School verläuft sehr interaktiv. Die Farmer beteiligen sich mit Fragen und Antworten, es wird lebhaft diskutiert. Aaron muss teilweise für mich übersetzen, weil der meiste Teil der Schulung in Ashanti, einer Akan-Sprache, stattfindet. Akan bezeichnet eine Gruppe von Sprachen, die von mehr als 8 Millionen Menschen in Ghana und der Elfenbeinküste gesprochen werden.

Bei der heutigen Schulung dreht sich alles um „pruning“ und „shade-management“. Die Bauern lernen, welche Teile des Kakaobaums abgeschnitten werden müssen, damit der Ertrag gesteigert und die Gesundheit der Pflanze erhalten werden kann. Bei den Kakaopflanzen darf es nur eine Hauptpflanze geben, andere Triebe müssen vom Stamm entfernt werden. Das ist auch notwendig, damit genügend Wind durch die Plantage wehen kann. Denn sonst drohen Pilzerkrankungen, die die gesamte Ernte in Gefahr bringen. Den Wind brauchen die Bäume genauso wie den Schatten. Deswegen erklärt Aaron den Farmern, dass sie in regelmäßigen Abständen Schatten spendende Bäume pflanzen müssen. Kakaobäume brauchen Sonnenschutz und die größeren „shade-plants“, wie sie genannt werden, eignen sich prima als Schirme. Junge Pflanzen gedeihen nicht in direktem Sonnenlicht und der Schatten erhält zudem die Feuchtigkeit des Bodens. Nach ungefähr einer Stunde theoretischer und praktischer Schulung, gehen die Bauern wieder an die Arbeit. Auch wir verabschieden uns und fahren weiter – zur nächsten Field School.

Field School

Field School: Die Kakaofarmer kommen einfach unter den Bäumen ihrer Plantage zusammen

Schulung mit Aaron

Aaron schult über das richtige Schattenmanagement

Baumbeschnitt

Aaron zeigt, wie die Bäume beschnitten werden